Wie lebten die antiken Römer?

Exkursionsbericht – Pompejanum 06.06.2025

Am Freitag, 06.06.2025 haben die Lateinkurse der Jahrgangsstufen 7 bis 11 – so wie jedes Jahr – einen Ausflug unternommen. Diesmal war es das Pompejanum in Aschaffenburg. Doch nun stellt sich die Frage, was ein solches Pompejanum überhaupt ist.

Dabei handelt es sich nämlich um ein antikes römisches Wohnhaus, das in Aschaffenburg zwischen 1841 und 1850 erbaut und von dem Architekten Friedrich von Gärtner entworfen wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Pompejanum leider schwer beschädigt. Ab 1960 begann die Restaurierung, die 1994 abgeschlossen wurde. Der Name stammt von der italienischen Stadt Pompeji ab, die 79 n. Chr. aufgrund des Vulkanausbruchs des Vesuvs bekannt wurde, da sie von dessen bis zu 25 Meter tiefen Ascheschicht überschüttet und vergraben wurde.

Der Auftraggeber zum Bau dieses Hauses war König Ludwig I, der über Bayern regierte. Er war sehr begeistert von den Ausgrabungen in Pompeji und deren Baustil, weshalb er auch ein solches Haus in der Nähe seiner Heimat Würzburg haben wollte. Ludwig entschied sich das Pompejanum in Aschaffenburg zu errichten, da dort ein mildes Klima herrschte. Das Ziel war es, mit diesem Nachbau zu zeigen, wie der antike Lebensstil damals war und Interessierten somit die Möglichkeit eines „begehbaren Museums“ zu bieten.

Wie sah der Alltag der Römer wirklich aus? Genau das wurde uns bei der Führung im Inneren des Pomejanums eindrucksvoll nähergebracht. Nach einer kurzen Einführung vor dem Gebäude begann unsere Führung durch das Pompejanum, bei der wir einen genaueren Einblick in die römische Wohnkultur erhielten. Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich das Atrium mit einem Wasserbecken, das von Empfangs- und Speiseräumen, der Küche und den Gästezimmern umgeben ist. Dahinter liegt ein prächtiger Garten. Im Obergeschoss des Hauses befinden sich die privaten Räume der Familie und das Zimmer der Hausfrau, das mit Abstand das größte Zimmer im Haus ist. Dort befinden sich originale römische Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände. Die Wände und die Böden wurden nach antiken Vorbildern farbenprächtig gestaltet und durch Kunstmarmor ersetzt. Außerdem gibt es eine Ausstellung von antiken Bronze- und Küchengeräten, die Güsse originaler Funde sind. Ein weiteres Highlight ist der kleine Weinberg am Hochufer des Mains unterhalb des Pompejanums. 

Die Führung in den Innenräumen eines nachgebauten römischen Hauses brachte uns näher, wie die Hausheeren damals ihre Gäste empfangen haben, wie sie gelebt haben und welche Speisen sie damals gehabt haben. Was uns alle sehr überrascht hat, war, dass es schon in der Antike ein kleines Kuchengebäck gab, das sehr an unsere heutigen Muffins erinnerte, und sie damals schon Eis herstellen konnten. Diese beiden Leckereien waren damals sehr beliebte Nachspeisen gewesen.   

Während wir Raum für Raum durch das antike Haus gingen, wurden wir von interessanten Erklärungen über das Leben der Römer begleitet und erfuhren, wie sorgfältig jedes Detail nach römischen Vorbildern rekonstruiert wurde. Es war eine sehr schöne Erfahrung und eine faszinierende Reise in die römische Antike.

Der Bericht ist geschrieben von Nadja Bannuscher (Klasse 10aG) und Clea Behrendt (Klasse 10bG).