Politik in Straßburg live erleben

Am 8. September war es endlich so weit: Auch in diesem Jahr machten sich die PoWi-Leistungskurse Q1 der Heinrich-Mann-Schule auf den Weg nach Straßburg. Früh morgens, leicht übermüdet, aber mit guter Laune (und Snacks), machten wir uns auf die Reise. Begleitet wurden wir von unseren Kurslehrerinnen Julia Kroll und Marina Brügge.

Nach der Ankunft hatten wir erst einmal Zeit, die Altstadt zu erkunden. Zwischen Fachwerkhäusern, kleinen Läden und ziemlich vielen Touristen landeten wir natürlich auch bei der berühmten Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg. Die Kathedrale ist nicht nur riesig, sondern auch voller Schnitzereien – und mitten in diesem ganzen Steinchaos versteckt sich ein echter Geheimtipp: Geilers kleiner Hund, das Münstermaskottchen.

Wie es heißt, bringt es Glück, wenn man die winzige Hundefigur an der Kanzeltreppe berührt. Also haben wir als kompletter Kurs dort gestanden und nacheinander diesen kleinen Stein-Hund gestreichelt. Angeblich hat er früher neben dem Prediger Geiler von Kaysersberg Wache gehalten und aufgepasst, dass niemand in der Kirche einschläft. Ob das stimmt? Keine Ahnung – aber es ist eine gute Story, und wir fanden’s ziemlich lustig, mit einer 500 Jahre alten Statue auf „Good-Luck-Basis“ zu interagieren.

Am Nachmittag ging es weiter zum Höhepunkt unserer Fahrt: dem Europäischen Parlament. Das Gebäude wirkte wie eine Mischung aus Flughafen, Museum und Labyrinth. Dort wurden wir – wie in den Jahren zuvor – von Michael Gahler, unserem CDU-Abgeordneten, bzw. seinem Team empfangen und es gab eine kurze Einführung. Es war spannend, mit jemandem zu sprechen, der wirklich mitten im politischen Geschehen steckt. Wir konnten all unsere Fragen stellen, und die Diskussion wurde erstaunlich offen. Vor allem Themen wie Krieg, Migration und Geldpolitik sorgten für viele Gedanken (und neue Fragen).

Richtig beeindruckend war auch die Teilnahme an einer echten Plenarsitzung. Von der Besuchertribüne aus zuzuschauen, wie Abgeordnete aus allen möglichen Ländern debattieren, war ein bisschen surreal – wie Nachrichten schauen, nur live und mit deutlich mehr Gestik. Ein Mitschüler meinte danach: ,,Man versteht erst, wie weitreichend Politik ist, wenn man die Debatten im Parlament live erlebt.‘‘

Am Ende waren wir zwar müde, aber uns einig: Die Straßburg-Fahrt war spannend, lustig, informativ – und auf jeden Fall ein Tag, der uns Politik aus einer völlig anderen Perspektive gezeigt hat (und einem Hund aus Stein haben wir jetzt auch Glück abgerungen).

Verfasst von Ouissal Charki & Sidelya Demir (Q1 PoWi-LK Kroll)