„Jung und Alt – gemeinsam stark“: Jugendliche für den Helferkreis ausgebildet
Heinrich-Mann-Schule qualifiziert Schülerinnen und Schüler für ehrenamtliche Unterstützung von Senioren
Elf engagierte Jugendliche der Heinrich-Mann-Schule haben in der vergangenen Woche erfolgreich ihre Basisqualifizierung als Alltagsbegleiter abgeschlossen. Damit sind sie künftig berechtigt, sich über den Dietzenbacher Helferkreis ehrenamtlich für Seniorinnen und Senioren in der Kreisstadt einzusetzen.
Der Helferkreis ist ein Angebot der Stadt Dietzenbach, bei dem ältere Menschen über eine App Unterstützung im Alltag anfragen können. Unter dem Projekttitel „Helferkreis: Jung und Alt – gemeinsam stark“ beteiligt sich nun auch die Heinrich-Mann-Schule an diesem Angebot. Ziel ist es, Generationen zusammenzubringen, soziales Engagement zu fördern und Jugendliche zu befähigen, ältere Menschen im Alltag kompetent zu unterstützen.

Vom 15. bis 19. Juni 2026 nahmen elf Schülerinnen und Schüler des 9. Schuljahres sowie der gymnasialen Oberstufe an einer intensiven Ausbildungswoche teil. Selbst das hitzebedingte Unterrichtsende hielt die Jugendlichen nicht davon ab, täglich bis 13 Uhr in der Schule zu bleiben und die Qualifizierung vollständig zu absolvieren.
Die Ausbildung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der städtischen Seniorenarbeit und Frau Knecht von der Heinrich-Mann-Schule. Für die Schulungswoche konnten zahlreiche Fachkräfte gewonnen werden, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen einbrachten. Dazu gehörten Frau Wolf und Frau Meyer von der Seniorenarbeit, die pensionierte Pflegekraft und Ausbilderin Frau Betz aus Siegen, Julia Löhr mit Schulungen zum sicheren Umgang mit Rollatoren und Rollstühlen, Frau Öz zu rechtlichen Grundlagen sowie Hörakustikerin Frau Braun, die Einblicke in die Nutzung und Bedeutung von Hörgeräten gab.
Die Inhalte der Qualifizierung waren vielfältig und praxisnah. Die Jugendlichen beschäftigten sich unter anderem mit Biografiearbeit und der Frage, wie persönliche Lebensgeschichten die Persönlichkeit eines Menschen prägen. Weitere Themen waren die Bedeutung von Nähe und Distanz, ein respektvoller Umgang trotz Pflegebedürftigkeit, Motivation und Kommunikation sowie der Umgang mit Menschen mit Demenzerkrankungen.
Besonders eindrucksvoll war für viele Teilnehmende der Demenzparcours. Durch verschiedene praktische Übungen konnten die Jugendlichen erleben, mit welchen Herausforderungen Menschen mit Demenz im Alltag konfrontiert sind. Auch der AGE-MAN-Anzug sorgte für nachhaltige Eindrücke. Mithilfe dieses Alterssimulationsanzugs erfuhren die Schülerinnen und Schüler am eigenen Körper, wie sich typische Einschränkungen im Alter anfühlen können.
„Frau Betz von der Pflege hat mehrfach betont, dass man demenzerkrankte Menschen niemals als ,dumm‘ wahrnehmen soll. Sie können nur gerade in diesem Moment nicht auf die Information zugreifen. Das hat mir die Augen geöffnet“, berichtet die 18-jährige Sara Weisbrich.
Neben sozialen und pflegerischen Aspekten standen auch alltagspraktische Themen auf dem Programm. Die Jugendlichen lernten, wie Seniorinnen und Senioren rückenschonend unterstützt werden können, welche Reihenfolge beim Einkauf von Lebensmitteln sinnvoll ist, wie diese korrekt im Kühlschrank gelagert werden und wie in Notfällen Erste Hilfe geleistet wird – insbesondere bei hohen Temperaturen.
Für Schmunzeln sorgte bei vielen Teilnehmenden die Erfahrung mit dem Alterssimulationsanzug. „Ich fand den AGE-MAN-Anzug echt anstrengend. Das Altwerden habe ich mir irgendwie anders vorgestellt“, erzählt die 18-jährige Mahum Nasir.
Den feierlichen Abschluss der Ausbildungswoche bildete die Zertifikatsübergabe am Freitag. Die Urkunden wurden von René Bacher, Erster Stadtrat der Kreisstadt Dietzenbach, überreicht. Er würdigte das Engagement der Jugendlichen und ihren Einsatz für das generationenübergreifende Miteinander in Dietzenbach.

Auch Schulleiterin Nicole Seib zeigt sich begeistert von dem Projekt: „Wir möchten unsere Schule stärker öffnen und jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich aktiv in ihrer Stadt einzubringen. Die Ausbildung befähigt die Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und Seniorinnen und Senioren im Alltag kompetent zu unterstützen.“
Mit ihrer erfolgreich abgeschlossenen Qualifizierung stehen die elf Jugendlichen nun bereit, sich über den Helferkreis ehrenamtlich zu engagieren. Das Projekt „Helferkreis: Jung und Alt – gemeinsam stark“ verbindet dabei nicht nur Generationen, sondern zeigt auch, wie junge Menschen Verantwortung für ihre Mitmenschen übernehmen und das soziale Miteinander in Dietzenbach aktiv mitgestalten können.
