Gemeinsam stark gegen Mobbing – People’s Theater begeistert sechsten Jahrgang
Seit mehr als zehn Jahren ist es ein fester Bestandteil der Präventionsprogramms der HMS: das People’s Theater mit seiner interaktiven Showreihe. Auch in diesem Schuljahr stand in den Klassen des 6. Jahrgangs wieder alles im Zeichen des bewährten Projekts – die Jugendlichen setzten sich intensiv mit Themen wie Ausgrenzung, Gruppendruck und respektvollem Miteinander auseinander.

Das Konzept des gemeinnützigen Vereins basiert auf einem besonderen Ansatz: Konflikte werden nicht theoretisch besprochen, sondern zunächst szenisch auf der Bühne dargestellt. In kurzen Spielszenen erleben die Schülerinnen und Schüler typische Konfliktsituationen – etwa Streitigkeiten in der Klasse, verletzende Bemerkungen oder das bewusste Ausgrenzen einzelner Kinder.
Am dramatischen Höhepunkt des dargestellten Konflikts wird das Spiel unterbrochen. Nun ist das Publikum gefragt: Gemeinsam mit der Moderation werden zunächst die Fakten gesammelt. Was ist passiert? Wer war beteiligt? Anschließend geht es um Perspektivwechsel – welche Gefühle, Sichtweisen und Wünsche könnten die dargestellten Figuren haben? Auf dieser Grundlage wird das zugrunde liegende Problem benannt und die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler entwickeln konkrete Handlungsmöglichkeiten.
Im nächsten Schritt übernehmen einzelne Schülerinnen und Schüler selbst Rollen auf der Bühne. Sie ersetzen die Darstellerinnen und Darsteller und erproben ihre Lösungsideen. Im Spiel erfahren sie die Reaktion auf ihren Lösungsvorschlag, sodass sie erleben, inwieweit die eigene Lösungsidee den Konfliktlösung löst. Parallel entsteht ein Tafelbild, das zentrale Werte wie Respekt, Mut, Verantwortung oder Zusammenhalt sichtbar macht und am Ende gemeinsam reflektiert wird.
Marina Brügge, Zuständige für die Präventionsarbeit, betont die Relevanz des Theaterprojektes als wichtigen Baustein des schulischen Präventionsprogramms. Die Showreihe ermutige die Schülerinnen und Schüler, konstruktive Konfliktlösungen zu finden und selbst auszuprobieren. „Gerade die Interaktivität macht den Unterschied. Sie ermöglicht es, im geschützten Raum Lösungen für Konfliktsituationen auszuprobieren, die auch im realen Leben angewendet werden können“, erläutert sie. Es sei beeindruckend zu sehen, wie gut die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, sich in die dargestellten Situationen einzufühlen und Lösungen zu entwickeln.
Sozialtraining spielt in der Entwicklungsphase der Sechstklässlerinnen und Sechstklässler eine entscheidende Rolle. In diesem Alter gewinnen Freundschaften, Gruppenzugehörigkeit und Anerkennung stark an Bedeutung. Im Zuge dessen entstehen auch Unsicherheiten und Konflikte. Durch das interaktive Theater erleben die Jugendlichen, dass sie Handlungsmöglichkeiten haben. Sie lernen, ihre Gefühle wahrzunehmen, Perspektiven zu wechseln, Verantwortung für ihr eigenes Verhalten zu übernehmen, Konflikte konstruktiv zu lösen und Zivilcourage zu zeigen. Das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen fördert nicht nur Konfliktfähigkeit, sondern auch ein harmonisches Miteinander und ein starkes Gemeinschaftsgefühl – ein „Wir“, das im Schulalltag trägt.
Die positive Resonanz der Klassen zeigt: Das Projekt ist weit mehr als eine Theateraufführung. Es ist ein Lernfeld für Demokratie, Respekt und Zusammenhalt – und damit ein unverzichtbarer Bestandteil der Präventionsarbeit an der Heinrich-Mann-Schule.
