„Demokratie ist nicht nur Staats-, sondern auch Lebensform“
Das Schulfinale von Jugend debattiert zeigte erneut eindrucksvoll, wie wichtig eine lebendige Debattenkultur für die Demokratiebildung ist. Dabei verloren sich die Finalistinnen und Finalisten der beiden Altersgruppen nicht in staattragenden Floskeln, sondern füllten ihre jeweiligen Debattenthemen mit Leben.
Im ersten Finale des Abends, das die Vertreterinnen und Vertreten der neunten Gymnasial- und Realschulklassen austrugen, stand die Frage im Raum, ob Schülerinnen und Schüler ihre Schule selbst putzen sollen. Argumentiert wurde damit, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Schule auch selbst verschmutzten, es also nur konsequent sei, dass sie ihre Schule auch selbst putzen. So könne Vandalismus eingedämmt und ein Verantwortungsgefühl geschaffen werden. Dagegen wurde eingewandt, dass die Schule ein Ort zum Lernen und nicht zum Putzen sei. Dass dies wiederum auch ein Life-Skill sei, den die Schule vermitteln müsse, entschärfte gleichsam den Einwand. Letztlich wurde klar, dass es sich um eine Frage der Verantwortung handle. Das eingesparte Geld könne hingegen nicht als Hauptgrund für eine derartige Maßnahme herangezogen werden. Aus diesem fesselnden Finale ging Anna Jodeleit als Siegerin der Debatte hervor, die gemeinsam mit Gwen Rase die Heinrich-Mann-Schule beim Regionalwettbewerb Anfang Februar vertreten wird.
Die auf einem formal hohen Niveau geführte Debatte der Altersgruppe II (Oberstufe) drehte sich um die Frage, ob schriftliche Prüfungen für den Schulabschluss am Computer geschrieben werden sollen. Der spätere Schulsieger Felipe Guerrero Kienz eröffnete seine Argumentation mit dem Vergleich, dass Menschen planten, 2028 andere Planeten und Monde zu besuchen, die Abschlussarbeiten an Schulen jedoch nach wie vor mit Stift und Papier abgefasst würden. Die Contra-Seite verstand es hingegen geschickt, die Schwachstelle der angestrebten Maßnahme aufzudecken, sodass die Debatte Fahrt aufnahm. Schließlich konnten die Argumentationen auf die Grundwerte Umweltschutz, Effizienz und Chancengleichheit heruntergebrochen werden. Neben Felipe wird Tim Völker von der HMS zum Regionalentscheid entsandt.
Durch den kurzweiligen Abend führte Franziska Rücker gewohnt eloquent und stellte dabei ihr Anliegen, die Demokratiebildung, in den Vordergrund. In den Debattenpausen, während die Jury sich zur Beratung zurückzog, eröffnete sie unterschiedliche Gesprächsanlässe. Hierbei bekamen alle Anwesenden die Möglichkeit, sich über ihre Einstellungen zu Demokratie und Debattenkultur in den Lebensbereichen Familie, Beruf, Schule und Politik auszutauschen.
Gespannt blicken wir nun auf den Regionalentscheid. Wir wünschen allen Debattierenden viel Erfolg und drücken unseren Vertreterinnen und Vertretern die Daumen für einen möglichen Einzug ins Landesfinale.


